Okay, hier ist die Übersetzung des detaillierten Textes über "Chang Le Wo Jing" (常乐我净) ins Deutsche:
„Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst, Reinheit“ (常乐我净): Das vollkommene Reich der Vier Tugenden des Tathagata und die Anleitung zur Praxis
„Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst, Reinheit“ (常乐我净 - Cháng Lè Wǒ Jìng) ist ein zentrales Konzept in den Lehren des Mahayana-Buddhismus und beschreibt die vier grundlegenden Verdienste der endgültigen Nirvana-Wirklichkeit des Buddha (Tathagata) sowie die den Lebewesen innewohnende Buddha-Natur. Diese vier Tugenden sind: 常 (Cháng - Beständigkeit/Ewigkeit, immerwährend und unveränderlich), 乐 (Lè - Glückseligkeit, höchstes Wohl), 我 (Wǒ - Selbst/Wahres Selbst, wahres Selbst und frei), 净 (Jìng - Reinheit, rein und unbefleckt). Sie stammen aus zentralen Mahayana-Sutras wie dem Mahāparinirvāṇa Sūtra und werden zusammenfassend als die „Vier Tugenden des Nirvana“ oder die „Vier Tugenden des Dharmakāya des Tathagata“ bezeichnet. Gemeinsam enthüllen sie die vollkommene Realität des Dharmakāya-Zustands des Buddha, das höchste Ziel der buddhistischen Praxis und das den Lebewesen von Natur aus innewohnende Potenzial.
Diese Analyse zielt darauf ab, aus verschiedenen Perspektiven – Ursprung, Definition, innere Beziehungen, Gegensatz zu den vier verkehrten Ansichten (四颠倒 - Sì Diāndǎo), Beziehung zur Buddha-Natur/Leerheit/Mittlerem Weg, Klassifizierung und Schichtung, Verbindung zu anderen Lehren, Praxis der Kultivierung usw. – eine umfassende, tiefgehende und systematische Erläuterung zu geben. Die Analyse integriert Inhalte aus Sutras wie dem Mahāparinirvāṇa Sūtra, dem Anuttarāśraya Sūtra (佛说无上依经), dem Vajrasamādhi Sūtra (金刚三昧经), dem Mahāvaipulya-acintya-sūtra (大方等无想经), dem Sūtra über die Kontemplation des Geistesgrundes im Mahayana (大乘本生心地观经), dem Mahāyāna-yoga-vajra-prakṛti-sāgara-mañjuśrī-sahasra-bāhu-sahasra-pātra-mahā-kalpa-rāja-sūtra (大乘瑜伽金刚性海曼殊室利千臂千钵大教王经) etc., und verbindet sie mit der gesamten Lehre des Mahayana-Buddhismus, um den Lesern ein logisch klares und inhaltlich reiches Bild von „Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst, Reinheit“ zu präsentieren.
I. Einleitung: Ursprung, zentrale Stellung und Gesamtbedeutung von Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst, Reinheit
Die Einführung der vier Tugenden „Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst, Reinheit“ hat in der Geschichte des buddhistischen Denkens eine epochale Bedeutung und wurde insbesondere im Mahāparinirvāṇa Sūtra am systematischsten und autoritativsten dargelegt. Als der Buddha im Begriff war, das Parinirvana zu demonstrieren, offenbarte er dies als eine „geheime Lehre“ (秘密教法), um die möglicherweise verzerrten Verständnisse (wie Nihilismus oder Annihilationismus – 断灭见, 虚无见) der Śrāvaka- und Pratyekabuddha-Praktizierenden (二乘行人) sowie der gewöhnlichen Wesen (凡夫) in Bezug auf „Unbeständigkeit, Leiden, Nicht-Selbst, Unreinheit“ zu korrigieren. Gleichzeitig sollten die verkehrten Ansichten der gewöhnlichen Wesen über die Welt als „beständig, glückselig, selbst, rein“ (vier verkehrte Ansichten - 四颠倒) widerlegt werden, um so die wahren, positiven und vollkommenen Verdienste des Nirvana-Zustands zu enthüllen.
Hauptquellen und zentrale Stellung:
- Das Mahāparinirvāṇa Sūtra: Dies ist das wichtigste Sutra zur Erläuterung von „Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst, Reinheit“. Es betont wiederholt, dass das Nirvana beständig, glückselig, Selbst und rein ist, dass der Dharmakāya des Tathagata immerwährend und unzerstörbar ist und dass die Buddha-Natur allen Lebewesen innewohnt. Zum Beispiel heißt es in Rolle 2 klar: „Nicht-Selbst wird Saṃsāra genannt, Selbst wird der Tathagata genannt; Unbeständigkeit sind die Śrāvakas und Pratyekabuddhas, Beständigkeit ist der Dharmakāya des Tathagata; Leiden sind alle äußeren Wege (Nicht-Buddhisten), Glückseligkeit ist eben das Nirvana; Unreinheit sind eben die bedingten Phänomene (有为法), Reinheit ist der wahre Dharma, den alle Buddhas und Bodhisattvas besitzen; dies wird als nicht-verkehrt bezeichnet.“ Dies setzt die vier Tugenden direkt in Beziehung zu den höchsten Kategorien wie Tathagata, Dharmakāya, Nirvana und Wahrer Dharma und betont, dass der endgültige Befreiungszustand des Buddha nicht nur ein „Verlöschen“ (灭度) ist, sondern der ursprüngliche Körper des ewig weilenden Dharmadhātu.
- Das Anuttarāśraya Sūtra (佛说无上依经): Dieses Sutra bezeichnet diese vier Tugenden explizit als die „Vier Tugenden-Pāramitās des Dharmakāya des Tathagata“ (如来法身四德波罗蜜), nämlich „Beständigkeits-Pāramitā (常住波罗蜜), Glückseligkeits-Pāramitā (安乐波罗蜜), Wahres-Selbst-Pāramitā (真我波罗蜜), Reinheits-Pāramitā (清净波罗蜜)“, und hebt ihre Eigenschaft als endgültige Verdienste hervor, um das andere Ufer zu erreichen.
- Andere Sutras: Z.B. sagt das Vajrasamādhi Sūtra: „Dieser Dharma ist wahre Leere, Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst, Reinheit. Er transzendiert die beiden Selbst (Personen-Selbst und Phänomen-Selbst) und ist das große Parinirvana.“ Das Sūtra über die Kontemplation des Geistesgrundes im Mahayana beschreibt, wie Bodhisattvas das Licht des Buddha sehen und „alle das große Gelübde ablegen, die Beständigkeit, Glückseligkeit, das Selbst und die Reinheit des Tathagata zu verwirklichen“. Das Mahāvaipulya-acintya-sūtra erörtert ebenfalls, dass man nach Erreichen des Samādhi die Beständigkeit, Glückseligkeit, das Selbst und die Reinheit des Tathagata sehen kann. Das Mahāyāna-yoga-vajra-prakṛti-sāgara-mañjuśrī-sahasra-bāhu-sahasra-pātra-mahā-kalpa-rāja-sūtra etc. erwähnen ebenfalls, dass Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit die Tugenden des Dharmakāya des Buddha sind. Diese Schriften begründeten gemeinsam die zentrale Stellung von „Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst, Reinheit“ bei der Beschreibung des Zustands der Buddhaschaft und der Essenz der Buddha-Natur.
Gesamtbedeutung:
- Enthüllung der wahren Natur des Nirvana: Die vier Tugenden sind die wahre Wesenheit des Nirvana und beschreiben den vollkommenen Zustand nach vollständiger Befreiung, der alle Grenzen des weltlichen Kreislaufs von Leben und Tod, des Wechsels von Leid und Freude, der Illusion und Unwirklichkeit sowie der Befleckung und Unreinheit übersteigt.
- Bestätigung der inhärenten Buddha-Natur: Der Mahayana-Buddhismus lehrt, dass alle Lebewesen Buddha-Natur besitzen, und diese Buddha-Natur ist eben Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit. Dies gibt allen Lebewesen die Möglichkeit und die innere Grundlage, letztendlich Buddhaschaft zu erlangen.
- Aufzeigen des Ziels der Praxis: Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit sind das höchste Ziel für Praktizierende, insbesondere für jene auf dem Bodhisattva-Pfad. Durch die Praxis sollen die Befleckungen (Kleshas) beseitigt und die Buddha-Natur manifestiert werden, um schließlich den Zustand von Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit zu verwirklichen, der mit dem des Buddha identisch ist.
- Widerlegung von Vorurteilen und falschen Anhaftungen: Es widerlegt sowohl die „vier verkehrten Ansichten“ der gewöhnlichen Wesen, die an der Welt als beständig, glückselig, selbst und rein festhalten, als auch korrigiert es den möglichen Fallstrick einiger Praktizierender, die sich an „Unbeständigkeit, Leiden, Nicht-Selbst, Unreinheit“ klammern und dadurch in einen Nihilismus oder Pessimismus verfallen könnten. Es verkörpert die endgültige Vollkommenheit, die dualistische Gegensätze (wie Sein/Nichtsein, Entstehen/Vergehen) überwindet.
- Betonung der Beständigkeit des Buddha: Der Kern liegt in der Enthüllung der „ewigen Unzerstörbarkeit“ (常住不灭) des Buddha. Der Buddha verschwindet nicht nach dem Eintritt ins Parinirvana, sondern verweilt ewig im Dharmadhātu, um den Lebewesen zu nutzen.
II. Definitionen und tiefgründige Bedeutung der vier Tugenden: Einzelne Erklärungen
Die vier Tugenden „Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst, Reinheit“ sind nicht isoliert, sondern beschreiben vier untrennbare Aspekte derselben ultimativen Realität (Nirvana, Dharmakāya, Buddha-Natur). Im Folgenden werden ihre Definitionen, theoretischen Grundlagen, erfahrbaren Zustände und praktischen Implikationen einzeln erläutert:
1. 常 (Cháng - Beständigkeit / Permanenz / Ewigkeit / 常住波罗蜜 - Beständigkeits-Pāramitā)
- Definition: Bezieht sich auf die Ewigkeit, Unveränderlichkeit und das Nicht-Entstehen und Nicht-Vergehen des Dharmakāya des Tathagata, des Nirvana und der Buddha-Natur. Es transzendiert Zeit (ist nicht Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft), Raum (kommt nicht und geht nicht) und übersteigt das Entstehen, Vergehen und die kausale Bedingtheit aller bedingten Phänomene (有为法 - saṃskṛta-dharma).
- Theoretische Ebene: Die Tugend der Beständigkeit entspringt der ursprünglichen Natur des Dharmadhātu und der Buddha-Natur. Dieses „Beständige“ ist nicht die „Ewigkeitsansicht“ (常见 - śāśvata-dṛṣṭi), an der gewöhnliche Wesen festhalten (z.B. die Annahme eines ewigen, unveränderlichen Selbst oder einer Welt), sondern die wahre Beständigkeit, die auf der Grundlage der letztendlichen Leerheit (毕竟空 - atyanta-śūnyatā, d.h. ohne Eigennatur) manifestiert wird. Es ist der Zustand, wie der Dharmadhātu von Natur aus ist, unabhängig von Bedingungen, wie der leere Raum, ohne Entstehen und Vergehen.
- Erfahrbare Ebene: Im Zustand des Buddha bedeutet „Beständigkeit“, dass der Dharmakāya ewig in der Welt weilt und nicht nach dem Parinirvana verschwindet. Das Mahāparinirvāṇa Sūtra betont: „Der Tathagata tritt nicht ins Nirvana ein“, sondern verweilt ewig im Dharmadhātu, um den Lebewesen zu nutzen. Bodhisattvas können durch Praxis den Dharmakāya teilweise verwirklichen (分证 - partielle Verwirklichung) und diese Beständigkeit allmählich erfahren, wie ein Bodhisattva der ersten Stufe (Bhūmi), der einen Teil der Beständigkeit sieht, bis zur vollkommenen Verwirklichung auf der Buddha-Stufe.
- Praktische Ebene: Praktizierende können durch die Kontemplation der „Unbeständigkeit“ (无常 - anitya) aller weltlichen Phänomene die Anhaftung an Entstehen und Vergehen durchbrechen. Insbesondere durch die Praxis tiefer Meditation (Samādhi) wie dem Vajrasamādhi (金刚三昧) können sie allmählich mit der nicht-entstehenden und nicht-vergehenden Dharma-Natur in Einklang kommen und die Tugend der Beständigkeit verwirklichen. Der Buddha lehrt die Lebewesen, „die Weisheit der zwölf Glieder des abhängigen Entstehens (十二因缘智) zu betrachten“, um die beständige Natur des Dharmadhātu zu erkennen und sich so in der täglichen Praxis von Gedanken des Entstehens und Vergehens zu entfernen.
- Kernpunkte: Betont die Ewigkeit, Festigkeit, Unbedingtheit und Nicht-Bedingtheit des höchsten Zustands des Dharma. Es ist die Überwindung und endgültige Antwort auf die Beobachtung, dass alle weltlichen Dinge „unbeständig“ sind.
- Schriftliche Belege:
- Mahāparinirvāṇa Sūtra, Rolle 2: „Beständigkeit ist der Dharmakāya des Tathagata.“ „Der Tathagata ist beständig, ein unveränderlicher Dharma, nicht wie die weltlichen, gewöhnlichen, törichten Menschen.“
- Mahāparinirvāṇa Sūtra, Rolle 14: „Die Buddha-Natur ist ohne Entstehen, ohne Vergehen, ohne Gehen, ohne Kommen, nicht vergangen, nicht zukünftig, nicht gegenwärtig... deshalb wird sie beständig genannt. Guter Mann! Die Buddha-Natur ist eben der Tathagata, der Tathagata ist eben der Dharma, der Dharma ist eben beständig.“ „Der leere Raum ist ungeschaffen (无为 - asaṃskṛta), deshalb ist er beständig. Die Buddha-Natur ist ungeschaffen, deshalb ist sie beständig.“
- Anuttarāśraya Sūtra: „Der Dharmakāya des Tathagata ist die höchste Beständigkeit, die man kultivieren sollte.“
- Mahāvaipulya-acintya-sūtra, Rolle 6: Beschreibt, wie man nach Erreichen des Samādhi die Beständigkeit, Glückseligkeit, das Selbst und die Reinheit des Tathagata sehen kann, und verwendet Vergleiche wie Getreidekörner, die Früchte tragen, Baumkerne, die Früchte tragen, Öl, das entsteht, Schätze, die aus der Erde kommen, und Schlangen, die sich häuten, um die „Beständigkeit“ zu erklären, die aus der Unbeständigkeit hervortritt.
2. 乐 (Lè - Glückseligkeit / 安乐波罗蜜 - Glückseligkeits-Pāramitā)
- Definition: Bezieht sich auf die absolute, bedingungslose und ewige Glückseligkeit im Nirvana-Zustand, den Zustand nach der vollständigen Auslöschung allen Leidens des Saṃsāra (苦苦 - Leiden des Leidens, 坏苦 - Leiden der Veränderung, 行苦 - allgegenwärtiges Leiden des Bedingtseins). Diese Glückseligkeit übersteigt die relative Freude der Welt, die von Sinnesreizen abhängt, kurzlebig und vergänglich ist und voller latenter Gefahren steckt.
- Theoretische Ebene: Die Tugend der Glückseligkeit ist das unausweichliche Ergebnis der Beseitigung aller Befleckungen (惑 - kleśa) und karmischen Kräfte (集 - samudaya), was zur Auslöschung aller Leidensfrüchte (苦 - duḥkha) führt. Diese Glückseligkeit ist eng mit der „Beständigkeit“ verbunden; der beständige Dharmakāya ist von Natur aus frei vom Leiden der Veränderung und von sich aus glückselig. Es ist die stille Freude, die auf der Befreiung durch Weisheit basiert.
- Erfahrbare Ebene: Der Zustand des Buddha ist die „nicht-gemachte Freude“ (无作之乐), die „höchste wunderbare stille Freude“ (上妙寂灭之乐) (Mahāparinirvāṇa Sūtra, Rolle 25), die nicht durch äußere Bedingungen ausgelöst wird, sondern die von Natur aus innewohnende vollkommene Freude ist. Bodhisattvas erfahren auf den Stufen ihrer Praxis, mit abnehmenden Befleckungen und wachsender Weisheit, verschiedene Ebenen der Dharma-Freude (法喜) und meditativen Glückseligkeit (禅悦), bis sie auf der Buddha-Stufe die endgültige vollkommene Nirvana-Glückseligkeit erreichen.
- Praktische Ebene: Durch die Praxis der Vier Unermesslichen (四无量心 - catvāri apramāṇāni: 慈 Maitrī - liebende Güte, 悲 Karuṇā - Mitgefühl, 喜 Muditā - Mitfreude, 舍 Upekṣā - Gleichmut), insbesondere durch die Kultivierung von Mitgefühl für alle Lebewesen; durch die Beseitigung der Wurzeln der Befleckungen wie Gier, Hass und Verblendung; durch die Praxis der Meditation, um die Zerstreutheit des Geistes zu beruhigen; durch die Kontemplation der „Wahrheit des Leidens“ (苦谛 - duḥkha-satya), um die Natur des Saṃsāra tief zu erkennen und dadurch die Glückseligkeit des Nirvana zu erstreben, kann schließlich diese makellose (无漏 - anāsrava, frei von Befleckungen) große Glückseligkeit verwirklicht werden. Das Mahāparinirvāṇa Sūtra lehrt, dass das Loslassen der „Leidensvorstellung“ (苦想) und das Erzeugen der „Glückseligkeitsvorstellung“ (乐想 - das Erkennen der wahren Freude des Nirvana) der Schlüssel zur Verwirklichung der Glückseligkeit ist.
- Kernpunkte: Betont die Stille, den Frieden und die Leidlosigkeit des Nirvana. Es ist die Überwindung und Befreiung von der Realität, dass die Welt voller „Leiden“ ist.
- Schriftliche Belege:
- Mahāparinirvāṇa Sūtra, Rolle 2: „Glückseligkeit ist eben das Nirvana.“ „Glückseligkeit ist eben das Nirvana, ausgestattet mit den vielfältigen wahren Verdiensten von Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit.“
- Mahāparinirvāṇa Sūtra, Rolle 5: „Alles Leiden auslöschen und alle Glückseligkeit erlangen... Wahre Befreiung ist eben der Tathagata.“
- Mahāparinirvāṇa Sūtra, Rolle 25: „Obwohl Nirvana Glückseligkeit ist, ist es kein Erleben von Freude (受乐), sondern die höchste wunderbare stille Freude. Die Buddhas und Tathagatas haben zwei Arten von Freude: erstens die stille Freude (寂灭乐), zweitens die Freude des Wissens/Erwachens (觉知乐).“
- Anuttarāśraya Sūtra: „Der Dharmakāya des Tathagata ist die höchste wunderbare Glückseligkeit, die man kultivieren sollte.“
- Mahāvaipulya-acintya-sūtra: Weist darauf hin, dass Bodhisattvas nach der Verwirklichung der Beständigkeit und Glückseligkeit die Leiden von Gier, Hass und Verblendung hinter sich lassen und in die wunderbare Freude des Nirvana eintreten.
3. 我 (Wǒ - Selbst / Wahres Selbst / 真我波罗蜜 - Wahres-Selbst-Pāramitā)
- Definition: Dies ist der am sorgfältigsten zu verstehende Punkt der vier Tugenden. Dieses „Selbst“ ist keineswegs das illusorische kleine Selbst (小我), an dem gewöhnliche Wesen aufgrund der vergänglichen Zusammensetzung der fünf Skandhas (五蕴) festhalten (Anhaftung an ein Personen-Selbst, 人我执 - pudgala-grāha; Anhaftung an ein Phänomen-Selbst, 法我执 - dharma-grāha), noch ist es das von Nicht-Buddhisten (外道) angenommene reale, unveränderliche göttliche Selbst (神我 - ātman im Sinne der Ewigkeitsansicht). Es bezieht sich vielmehr auf die Tugenden der Freiheit (自在 - svatantratā), Realität (真实性 - satyatā), Subjektivität (主体性) und Herrschaft über alle Phänomene (统摄万法) des Dharmakāya des Tathagata. Es ist das ewige, freie, ungehinderte „Wahre Selbst“ (真我) oder „Große Selbst“ (大我) im Zustand des Nirvana.
- Theoretische Ebene: Dieses „Wahre Selbst“ wird auf der Grundlage der Beständigkeit (常) der Buddha-Natur erklärt und besitzt die Eigenschaften, unzerstörbar und ewig unveränderlich zu sein. Es betont die wahre, nicht-illusorische Natur der Buddha-Natur und die endgültige Herrschaft (acht große Freiheiten - 八大自在) des Nirvana. Die Lehre dieses „Wahren Selbst“ dient dazu, die nihilistische Sichtweise des „Nicht-Selbst“ (无我 - anātman), in die Śrāvaka-Praktizierende verfallen könnten, zu durchbrechen und die wahre Natur des Nirvana zu offenbaren, während sie gleichzeitig die „Ewigkeitsansicht“ (常见) und die Ich-Anhaftung (我执 - ātma-grāha) der Nicht-Buddhisten überwindet.
- Erfahrbare Ebene: Die „Selbst-Tugend“ (我德) des Buddha manifestiert sich als große Freiheit (大自在 - mahā-īśvaratā), ungehindert in Bezug auf alle Phänomene (Dharmas) und mit der Fähigkeit, über alle Phänomene zu herrschen. Bodhisattvas, die durch ihre Praxis die Anhaftung an ein Personen-Selbst und ein Phänomen-Selbst durchbrechen und das Prinzip des „Nicht-Selbst“ verwirklichen, fallen nicht in den Nihilismus, sondern manifestieren das umfassendere, realere „Wahre Selbst“ des Dharmakāya.
- Praktische Ebene: Praktizierende müssen zunächst durch Prajñā-Weisheit das „Nicht-Selbst“ kontemplieren und die Anhaftung an den Körper als vergängliche Ansammlung der fünf Skandhas durchbrechen. Der Mahayana-Buddhismus betont jedoch, dass nach dem Durchbrechen des illusorischen Selbst durch tiefgründige Einsicht in den Mittleren Weg (中道观慧) jener beständige wahre Geist (常住真心), der Körper der Buddha-Natur, nämlich das „Wahre Selbst“, verwirklicht werden soll, ohne in die Extreme von „Selbst-Existenz“ (有我 - Ansicht der Gewöhnlichen/Nicht-Buddhisten) oder „Nicht-Selbst-Existenz“ (无我 - im Sinne des Nihilismus/Annihilationismus) zu fallen.
- Kernpunkte: Betont die wahre, nicht-illusorische Natur der Buddha-Natur, die Freiheit und Ungehindertheit (Große Freiheit) des Nirvana, die Subjektivität des Tathagata. Es ist eine Vertiefung und Vervollkommnung der Lehre des „Nicht-Selbst“ für gewöhnliche Wesen. Es verwendet das „Wahre Selbst“, um die nihilistische Sichtweise bezüglich des „Nicht-Selbst“ zu widerlegen, steht aber im Wesentlichen nicht im Widerspruch zum „Nicht-Selbst“ der Prajñāpāramitā-Sutras, da die Objekte, die widerlegt bzw. etabliert werden, unterschiedlich sind.
- Schriftliche Belege:
- Mahāparinirvāṇa Sūtra, Rolle 2: „Nicht-Selbst wird Saṃsāra genannt, Selbst wird der Tathagata genannt.“
- Mahāparinirvāṇa Sūtra, Rolle 5: „Nur die Anhaftung (取着) wird beseitigt, nicht die Selbst-Sicht (我见). Die Selbst-Sicht wird Buddha-Natur genannt. Die Buddha-Natur ist eben wahre Befreiung. Wahre Befreiung ist eben der Tathagata.“ (Hier bezieht sich „Selbst-Sicht“ auf das Sehen des Wahren Selbst der Buddha-Natur, nicht auf die Ich-Anhaftung der Gewöhnlichen.)
- Mahāparinirvāṇa Sūtra, Rolle 14: „Alle bedingten Phänomene sind ohne Selbst... Das Selbst kann nicht zerstört, zerschlagen, zum Wachsen gebracht werden... Der Tathagata hat wahrhaftig ein solches Selbst.“ (Vergleich zwischen dem Nicht-Selbst der Gewöhnlichen und dem Wahren Selbst des Tathagata.)
- Mahāparinirvāṇa Sūtra, Rolle 27: „Ist die Buddha-Natur nicht das Selbst? Aus diesem Grund lehre ich keine Annihilationismus-Sicht... Diese Buddha-Natur ist in Wahrheit nicht das Selbst (im gewöhnlichen Sinn). Zum Wohle der Lebewesen wird sie als Selbst bezeichnet.“ „Die Buddha-Natur ist ohne Selbst (im Sinne von anātman); der Tathagata lehrt das Selbst (im Sinne des Wahren Selbst), weil es beständig ist. Der Tathagata ist das Selbst, und doch lehrt er Nicht-Selbst, weil er Freiheit erlangt hat.“ Hier wird klar erläutert, dass die Verwendung von „Selbst“ dazu dient, den Annihilationismus (断见) zu widerlegen, auf „Beständigkeit“ und „Freiheit“ basiert und eine geschickte Methode (方便说 - upāya) darstellt.
- Anuttarāśraya Sūtra: „Der Dharmakāya des Tathagata ist das höchste Wahre Selbst, das man kultivieren sollte.“ „Da man alle falschen Anhaftungen der Nicht-Buddhisten meidet und die Illusion der Selbst-Sicht überwindet; da man die irrigen Anhaftungen der beiden Fahrzeuge (Śrāvaka/Pratyekabuddha) an Prinzipien meidet und die Illusion des Nicht-Selbst überwindet.“ Weist darauf hin, dass das Wahre Selbst die „Selbst-Sicht“ der Nicht-Buddhisten und die „Nicht-Selbst-Sicht“ der beiden Fahrzeuge überwindet.
- Mahāvaipulya-acintya-sūtra: Weist darauf hin, dass Bodhisattvas, nachdem sie das Wahre Selbst gesehen haben, alle Ich-Anhaftungen beseitigen und die Freiheit des Dharmakāya verwirklichen.
4. 净 (Jìng - Reinheit / 清净波罗蜜 - Reinheits-Pāramitā)
- Definition: Bezieht sich auf die absolute Reinheit des Nirvana-Zustands und des Körpers der Buddha-Natur, frei von allen Befleckungen durch Kleshas (烦恼垢), zufälligem Staub (客尘 - āgantuka-mala) und unreinen Gedanken. Diese Reinheit ist nicht nur Sauberkeit im Verhalten oder in der Umgebung, sondern die ursprüngliche, makellose Reinheit der Geistnatur selbst.
- Theoretische Ebene: Die Tugend der Reinheit ist der ursprüngliche Zustand des Dharmakāya. Die Buddha-Natur ist von Natur aus rein (自性清净 - prakṛti-pariśuddha). Obwohl sie im Zustand der Lebewesen, die von Kleshas gefesselt sind, befleckt erscheint, wird ihre Essenz niemals verunreinigt, wie Gold im Erz, dessen Natur unverändert bleibt. Diese Reinheit ist keine äußere Sauberkeit, sondern eine innere Reinheit durch Weisheit, die auf Leerheit basiert und daher unbefleckt (无染 - vimala) ist.
- Erfahrbare Ebene: Der Zustand des Buddha ist vollkommene „makellose Reinheit“ (无漏清净 - anāsrava-viśuddhi), in dem alle Kleshas und ihre latenten Tendenzen (习气 - vāsanā) beseitigt sind und Körper und Geist innen wie außen rein und makellos sind. Bodhisattvas reinigen im Laufe ihrer Praxis schrittweise die Kleshas, indem sie die Gebote (Śīla) rein halten und den Geist reinigen. Sie bewegen sich von befleckter Reinheit (有漏净 - sāsrava-śuddhi) zu makelloser Reinheit (无漏净 - anāsrava-śuddhi) und erreichen schließlich auf der Buddha-Stufe die vollkommene Reinheits-Tugend.
- Praktische Ebene: Durch striktes Einhalten der ethischen Regeln (wie die Prātimokṣa-Gelübde, Bodhisattva-Gelübde etc.) werden die drei Handlungen von Körper, Rede und Geist geschützt und von unheilsamen Taten Abstand genommen. Durch die Praxis von Meditation und Reinheitskontemplationen (净观 - śuddhi-bhāvanā, z.B. die Betrachtung des Unreinen, 不净观 - aśubha-bhāvanā, um Gier zu überwinden) werden innere Befleckungen bekämpft. Durch Prajñā-Weisheit wird die wahre Natur aller Phänomene durchschaut, die ursprüngliche Leerheit der Kleshas erkannt und so zur von Natur aus reinen Natur zurückgekehrt. Das Mahāparinirvāṇa Sūtra lehrt, dass das Loslassen der weltlichen, illusorischen „Reinheitsvorstellung“ (净想) und das Erzeugen der Erkenntnis der wahren „Reinheit“ (净) des Nirvana der Schlüssel zur Verwirklichung der Reinheit ist.
- Kernpunkte: Betont die makellose Reinheit und den von Befleckung freien Körper des Nirvana. Es ist die Überwindung der Tatsache, dass die Welt voller „Unreinheit“ (körperliche und geistige Unreinheit, Befleckungen durch Kleshas) ist.
- Schriftliche Belege:
- Mahāparinirvāṇa Sūtra, Rolle 2: „Reinheit ist der wahre Dharma, den alle Buddhas und Bodhisattvas besitzen.“
- Mahāparinirvāṇa Sūtra, Rolle 5: „Nicht-leer bedeutet: wahre gute Form, Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst, Reinheit, unbeweglich und unveränderlich... deshalb wird es nicht-leer genannt.“
- Mahāparinirvāṇa Sūtra, Rolle 30: „Ohne die Befleckung der Kleshas, deshalb wird es rein genannt.“
- Anuttarāśraya Sūtra: „Der Dharmakāya des Tathagata ist die äußerste Reinheit, die man kultivieren sollte.“ „Von Natur aus rein ist sein allgemeines Merkmal, makellose Reinheit ist sein spezifisches Merkmal.“
- Mahāvaipulya-acintya-sūtra: Betont, dass Bodhisattvas nach der Verwirklichung der Reinheit alle Befleckungen beseitigen und in die Reinheit des Nirvana eintreten.
III. Innere Beziehungen und Gesamtstruktur der vier Tugenden: Einheit und Nicht-Zweiheit in vollkommener Harmonie
Die vier Tugenden Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit sind keine vier unabhängigen, getrennten Attribute, sondern existieren in gegenseitiger Abhängigkeit, dienen einander als Wesen (体 - Substanz) und Funktion (用 - Anwendung) und bilden in vollkommener Harmonie (圆融一体) das vollständige Bild von Nirvana, Dharmakāya und Buddha-Natur.
Gegenseitige Abhängigkeit:
- Beständigkeit als Grundlage: Ewige Beständigkeit (常) ist die Basis und grundlegende Stütze, auf der die anderen drei Tugenden etabliert werden können. Ohne Beständigkeit wäre die Ewigkeit von Glückseligkeit, Selbst und Reinheit nicht gegeben.
- Glückseligkeit abhängig von Beständigkeit und Reinheit: Wahre Glückseligkeit (乐) muss auf Ewigkeit (常) beruhen und hängt von der Freiheit von Befleckungen (净) ab. Glückseligkeit ist die dynamische Freude auf den beiden statischen Grundlagen von Beständigkeit und Reinheit.
- Einheit von Selbst mit Beständigkeit, Glückseligkeit und Reinheit: Die Wesenheit des „Wahren Selbst“ (我) ist eben beständig, glückselig und rein; umgekehrt ist der vollkommene Zustand von Beständigkeit, Glückseligkeit und Reinheit die Manifestation des „Wahren Selbst“. Die vier Tugenden sind in der Buddha-Natur untrennbar und verschiedene Aspekte derselben Realität.
- Reinigende und gewährleistende Funktion der Reinheit: Reinheit (净) ist sowohl der Prozess der Beseitigung von Befleckungen als auch die Garantie dafür, dass Beständigkeit, Glückseligkeit und Selbst manifestiert werden können. Erst wenn die zufälligen Befleckungen (客尘烦恼 - āgantuka-kleśa) gereinigt sind, können die inhärenten Tugenden von Beständigkeit, Glückseligkeit und Selbst vollständig zum Vorschein kommen. Reinheit kann als Ursache betrachtet werden, Beständigkeit, Glückseligkeit und Selbst als deren Manifestation im Ergebnis.
Gesamtstruktur: Überwindung der Dualität, Übereinstimmung mit dem Mittleren Weg:
- Keine einfache Opposition: Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit stehen nicht einfach in einem dualistischen Gegensatz zu „Unbeständigkeit, Leiden, Nicht-Selbst, Unreinheit“, sondern sind deren Überwindung und Vervollkommnung. Der Buddha-Dharma lehrt zuerst die weltliche Unbeständigkeit, das Leiden, die Leerheit und das Nicht-Selbst, um Anhaftungen zu durchbrechen, und lehrt dann die Beständigkeit, Glückseligkeit, das Selbst und die Reinheit des Nirvana, um die Wahrheit zu offenbaren. Beide richten sich an verschiedene Ebenen und zeigen eine Vertiefung von dualistischem Gegensatz zur Einheit des Mittleren Weges.
- Zirkuläre gegenseitige Erzeugung und Balance: Die vier Tugenden können als ein sich gegenseitig verstärkender geschlossener Kreislauf betrachtet werden: Beständigkeit bietet Stabilität (statisch), Selbst bietet Subjektivität (statisch/dynamisch), Glückseligkeit bietet Antriebskraft (dynamisch), Reinheit bietet Makellosigkeit (statisch/dynamisch). Sie erreichen ein perfektes Gleichgewicht zwischen Bewegung und Ruhe und verkörpern gemeinsam die Vollkommenheit des Nirvana.
- Kern der Einheit: Die Essenz der vier Tugenden ist die Buddha-Natur oder der Dharmakāya. Es gibt keine Reihenfolge oder Hierarchie zwischen ihnen; wie verschiedene Facetten eines Diamantjuwels beschreiben sie gemeinsam die Vollkommenheit des Nirvana, die Herrlichkeit des Dharmakāya und die ursprüngliche Natur der Buddha-Natur.
IV. Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst, Reinheit im Gegensatz zu den vier verkehrten Ansichten: Anhaftung durchbrechen und Wahrheit offenbaren
Die Lehre von „Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst, Reinheit“ dient maßgeblich dazu, die vier grundlegenden falschen Wahrnehmungen zu korrigieren, die den gewöhnlichen Lebewesen im Kreislauf der Wiedergeburten (Saṃsāra) innewohnen, nämlich die „vier verkehrten Ansichten“ (四颠倒 - catvāri viparyāsāḥ).
Die vier verkehrten Ansichten der gewöhnlichen Wesen: Beziehen sich auf falsche Ansichten über den aus den fünf Skandhas bestehenden Körper-Geist-Komplex und die umgebende Welt:
- Anhaften an unbeständigen Phänomenen als „beständig“ (常见倒 - nitya-viparyāsa).
- Anhaften an der Ansammlung von Leiden als „Glückseligkeit“ (乐见倒 - sukha-viparyāsa).
- Anhaften an dem, was keine substantielle Selbst-Identität hat, als „Selbst“ (我见倒 - ātma-viparyāsa).
- Anhaften an dem, was unrein und befleckt ist, als „rein“ (净见倒 - śubha-viparyāsa).
- Diese verkehrten Ansichten sind die Wurzel dafür, dass Lebewesen im Kreislauf von Leben und Tod wandern und Leiden erfahren. Das Mahāprajñāpāramitā Sūtra (Rolle 452, 517) etc. unterteilt sie weiter in verkehrte Wahrnehmung (想倒 - saṃjñā-viparyāsa), verkehrten Geist (心倒 - citta-viparyāsa) und verkehrte Ansicht (见倒 - dṛṣṭi-viparyāsa).
Gegenmittel und Überwindung:
- Schritt 1: Anhaftung durchbrechen (Grundlegende Lehre): Der Buddha lehrt zunächst die Beobachtung der „Unbeständigkeit, des Leidens, des Nicht-Selbst und der Unreinheit“ der weltlichen Phänomene als geschicktes Mittel (方便 - upāya) für den Einstieg in die Praxis, um die vier verkehrten Anhaftungen der gewöhnlichen Wesen kraftvoll zu durchbrechen. Dies ist ein wichtiger Inhalt der Lehren des Śrāvaka-Fahrzeugs und der grundlegenden Mahayana-Lehren (wie die Prajñāpāramitā-Sutras).
- Schritt 2: Wahrheit offenbaren (Endgültige Lehre - 了义教): Wenn man jedoch nur auf der negativen Seite verweilt, könnte man den Buddhismus als pessimistisch, weltverneinend oder nihilistisch missverstehen. Daher offenbaren die endgültigen Lehren des Mahayana (了义教 - nītārtha), insbesondere das Mahāparinirvāṇa Sūtra, zusätzlich die wahren Verdienste des Nirvana-Zustands – „Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst, Reinheit“. Dies negiert nicht die vorherige „Kontemplation der Unbeständigkeit“ usw., sondern macht deutlich, dass man nach dem Durchbrechen der verkehrten Ansichten über die weltlichen Phänomene (世间法) die wahre Natur des überweltlichen Nirvana (出世间涅槃) erkennen sollte. Dies ist eine Überwindung und Vervollkommnung der Ansichten des Śrāvaka-Fahrzeugs.
- Klare Hierarchie: Das Mahāparinirvāṇa Sūtra sagt: „Auch in der Welt gibt es Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit, und auch im Überweltlichen gibt es Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit. Bei den weltlichen Phänomenen gibt es den Namen, aber nicht die Bedeutung (der Name entspricht nicht der Realität); im Überweltlichen gibt es den Namen und die Bedeutung (Name und Realität entsprechen einander)... Wer die vier verkehrten Ansichten meiden will, sollte die (überweltliche) Beständigkeit, Glückseligkeit, das Selbst und die Reinheit wie folgt erkennen.“ (Rolle 2). Das Anuttarāśraya Sūtra weist noch deutlicher darauf hin, dass, wenn man die Beobachtung der „Unbeständigkeit, des Leidens, des Nicht-Selbst und der Unreinheit“ der fünf Skandhas auf die Beobachtung des Dharmakāya des Tathagata anwendet, dies zu einer neuen verkehrten Ansicht wird. Daher muss „Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst, Reinheit“ gelehrt werden, um diese verkehrte Ansicht zu korrigieren.
V. Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst, Reinheit und Buddha-Natur, Leerheit, Mittlerer Weg: Tiefgründige doktrinäre Verbindungen
Die vier Tugenden Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit sind eng mit den zentralen Konzepten des Mahayana-Buddhismus – Buddha-Natur, Leerheit und Mittlerer Weg – verbunden und zeigen die Tiefe und harmonische Vollständigkeit der Lehre.
Beziehung zur Buddha-Natur (佛性 - Buddha-dhātu/Tathāgatagarbha):
- Buddha-Natur ist Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst, Reinheit: Die Schriften betonen wiederholt, dass die Buddha-Natur eben Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit ist. Das Mahāparinirvāṇa Sūtra sagt: „Die Buddha-Natur ist der Same des Mittleren Weges der Anuttarā Samyaksaṃbodhi (höchste vollkommene Erleuchtung) aller Buddhas... deshalb ist die Buddha-Natur beständig, glückselig, Selbst und rein.“ (Rolle 27). „Die Selbst-Sicht wird Buddha-Natur genannt“ (Rolle 5).
- Alle Lebewesen besitzen Buddha-Natur: Einer der Grundpfeiler des Mahayana-Buddhismus ist „Alle Lebewesen besitzen Buddha-Natur“ (一切众生皆有佛性). Das bedeutet, dass jedes Lebewesen, unabhängig von seinem gegenwärtigen Zustand (selbst jene, die schwere Vergehen begangen haben, oder Icchantikas - 一阐提人, die als unfähig zur Buddhaschaft gelten), in seinem Inneren die Natur von Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit birgt, die mit der des Buddha identisch ist. Sie ist nur durch Kleshas und Unwissenheit (无明 - avidyā) verdeckt und manifestiert sich deshalb nicht, wie die Sonne hinter Wolken oder Butter (酥 - ghṛta) in der Milch.
- Die Natur sehen bedeutet die vier Tugenden sehen: Der Prozess der Praxis besteht darin, durch Ethik (戒 - śīla), Meditation (定 - samādhi) und Weisheit (慧 - prajñā) die Kleshas auszulöschen, die Verdeckungen zu beseitigen und so „den Geist zu klären und die Natur zu sehen“ (明心见性). Die Buddha-Natur zu sehen bedeutet, die von Natur aus vorhandene Beständigkeit, Glückseligkeit, das Selbst und die Reinheit direkt zu erfahren und zu verwirklichen (亲证). Das Mahāparinirvāṇa Sūtra, Rolle 27, sagt: „Weil sie von Unwissenheit verdeckt sind, können die Lebewesen (die Buddha-Natur) nicht sehen... Weil sie sie sehen können, erlangen die Lebewesen eben Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit.“
Beziehung zur Leerheit (空性 - Śūnyatā):
- Nicht nihilistische Leere (断灭空): Die Prajñāpāramitā-Sutras lehren umfassend „Alle Phänomene sind leer“, um Anhaftungen zu durchbrechen. Aber „leer“ bedeutet nicht Nicht-Existenz. Die Einführung von „Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst, Reinheit“ dient gerade dazu, zu verhindern, dass „Leerheit“ als Nihilismus (断灭空 - uccheda-śūnyatā) verstanden wird. Das Mahāparinirvāṇa Sūtra beschreibt Nirvana als „nicht-leer“ (不空 - aśūnya, da es wahre Verdienste besitzt) und als „große Leere“ (大空 - mahā-śūnyatā, d.h. Prajñāpāramitā, die alle Befleckungen von Saṃsāra leert). Nirvana ist „nicht-leere Leere“ (不空空 - leert die weltlichen Vorstellungen und Anhaftungen, aber die Wesenheit ist nicht leer) oder „leere Nicht-Leere“ (空不空 - die Wesenheit ist leer/still, aber die wunderbare Funktion ist nicht leer). Die vier Tugenden verkörpern die wahre Wesenheit, die auf der Weisheit der Leerheit basiert.
- Positive Manifestation der Leerheit: Gerade weil alle Phänomene von Natur aus leer (自性空 - svabhāva-śūnya) und ohne substantielle Existenz sind, können sie nicht durch Unbeständigkeit, Leiden, Fesseln und Befleckung begrenzt werden. Erst dadurch können die Verdienste von Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit manifestiert werden, die all dies überwinden. Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit sind die positive Manifestation und vollkommene Funktion (功用) der Weisheit der Leerheit.
Beziehung zum Mittleren Weg (中道 - Madhyamaka):
- Überwindung der beiden Extreme: Die Lehre von „Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst, Reinheit“ verkörpert perfekt den Gedanken des Mittleren Weges. Sie negiert sowohl die Ansichten der Nicht-Buddhisten und gewöhnlichen Wesen, die an realer Existenz festhalten (Ewigkeitsansicht -常见, Selbst-Sicht - 我见), als auch die einseitige Leerheits-Sicht, die an Annihilationismus festhält (Nihilismus - 断见,虛無).
- Korrekte Sicht der Realität: Wie das Mahāparinirvāṇa Sūtra sagt: Nur die Leere und das Nicht-Selbst von Saṃsāra zu sehen, aber nicht die Nicht-Leere und das Wahre Selbst des Nirvana, kann nicht als Mittlerer Weg bezeichnet werden; umgekehrt gilt dasselbe. Der wahre Mittlere Weg bedeutet, gleichzeitig die Eigennatur-Losigkeit des abhängigen Entstehens (缘起性空 - pratītyasamutpāda-śūnyatā: Unbeständigkeit, Leiden, Leerheit, Nicht-Selbst) und die wahren Verdienste der ursprünglichen Dharma-Natur (法性本然 - dharmatā: Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst, Reinheit) zu erkennen. „Der Mittlere Weg wird Buddha-Natur genannt“ (Rolle 27).
VI. Klassifizierung und Schichtung: Systematische Darstellung der Verständnispfade
Um das Verständnis und die Verwirklichung zu erleichtern, können die vier Tugenden Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit aus verschiedenen Blickwinkeln klassifiziert und geschichtet werden:
1. Klassifizierung: Nach verschiedenen Ebenen
- Theoretische Ebene (kognitive Ebene): Betont das Verständnis des philosophischen Gehalts der vier Tugenden und der Natur des Dharmadhātu. Beständigkeit ist die Ewigkeit des Dharmadhātu; Glückseligkeit ist die stille Natur des Nirvana; Selbst ist die Herrschaft der Buddha-Natur; Reinheit ist die Makellosigkeit des Dharmakāya. Theoretisch sind die vier Tugenden die notwendige Manifestation der Leerheit.
- Praktische Ebene (kultivierende Ebene): Betont, wie die vier Tugenden durch spezifische Praktiken verwirklicht werden können. Um Beständigkeit zu kultivieren, kontempliert man Unbeständigkeit und tritt in tiefe Meditation ein; um Glückseligkeit zu kultivieren, praktiziert man Mitgefühl und beseitigt Kleshas; um Selbst zu kultivieren, praktiziert man Prajñā und durchbricht die Ich-Anhaftung; um Reinheit zu kultivieren, hält man die Gebote ein und praktiziert Reinheitskontemplationen. Praktisch werden die vier Tugenden schrittweise durch den Mahayana-Pfad wie die Sechs Pāramitās realisiert.
- Erfahrbare Ebene (Verwirklichungsebene): Betont den Grad der Verwirklichung der vier Tugenden auf verschiedenen Stufen der Praxis. Vom latenten Zustand auf der Ebene der gewöhnlichen Wesen über die partielle Verwirklichung (分证 - bhāgaśas-sākṣātkāra) auf den Bodhisattva-Stufen (erste bis zehnte Bhūmi) bis zur endgültigen, vollkommenen Verwirklichung (圆证 - paripūrṇa-sākṣātkāra) auf der Buddha-Stufe. Zum Beispiel erlebt ein Bodhisattva der ersten Stufe Dharma-Freude und sieht einen Teil der Beständigkeit und Reinheit, während ein Buddha Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit vollständig und durchdringend verwirklicht (彻证).
2. Schichtung: Nach Tiefe des Verständnisses und der Verwirklichung
- Oberflächliche Schicht (Einstiegsebene): Verständnis der grundlegenden wörtlichen Bedeutung der vier Tugenden und ihres Kontrasts zu den weltlichen verkehrten Ansichten. Geeignet für Anfänger, um durch das Hören von Sutras wie dem Mahāparinirvāṇa Sūtra grundlegendes Vertrauen und Verständnis zu entwickeln.
- Mittlere Schicht (Vertiefungsebene): Erforschung der tiefgründigen Beziehung der vier Tugenden zu Leerheit, Mittlerem Weg und Buddha-Natur; Verständnis ihrer wahren Bedeutung, die nicht das ist, woran Gewöhnliche, Nicht-Buddhisten oder die beiden Fahrzeuge (Śrāvaka/Pratyekabuddha) anhaften. Erfordert tiefes Nachdenken und die Einsicht des Mittleren Weges.
- Tiefe Schicht (Endgültige Ebene): Direkte Erfahrung und Verwirklichung (亲证/实证 - pratyakṣa-sākṣātkāra), dass die vier Tugenden der Körper des Dharmakāya selbst sind, dass Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit eine untrennbare Einheit bilden und jenseits von Worten und konzeptuellem Denken liegen. Erfordert die Vereinigung von tiefer Meditation (wie Vajrasamādhi) und Prajñā-Weisheit, um die Unwissenheit (无明 - avidyā) vollständig zu beseitigen und in diesen Zustand einzutreten.
VII. Beziehung zu anderen buddhistischen Lehren: Integration in den Gesamtrahmen
Die vier Tugenden Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit sind keine isolierten Konzepte, sondern eng mit den Kernlehren des Mahayana-Buddhismus verbunden und bilden gemeinsam ein vollkommenes theoretisches System:
- Beziehung zu Nirvana (涅槃): Die vier Tugenden sind die wesentlichen Attribute und Synonyme von Nirvana. Nirvana ist nicht nur das Aufhören des Leidens, sondern die vollkommene Manifestation von Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit.
- Beziehung zur Leerheit (空性 - Śūnyatā): Die vier Tugenden sind die positive Entfaltung der Weisheit der Leerheit, die konkrete Verkörperung von „wahre Leere erzeugt wunderbares Sein“ (真空妙有). Leerheit durchbricht Anhaftungen und beseitigt die Hindernisse für die Manifestation von Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit.
- Beziehung zur Buddha-Natur (佛性 - Buddha-dhātu): Die vier Tugenden sind die inhärenten Eigenschaften der Buddha-Natur. Dass alle Lebewesen Buddha-Natur besitzen, bedeutet, dass alle Lebewesen potenziell Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit besitzen, was die innere Grundlage für die Erlangung der Buddhaschaft ist.
- Beziehung zum Dharmakāya (法身): Die vier Tugenden sind die Verdienste des Dharmakāya des Buddha. Der Dharmakāya ist beständig, alldurchdringend, rein und frei; seine spezifischen Tugendaspekte (德相) sind eben Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit.
- Beziehung zum Bodhisattva-Pfad (菩萨道): Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit sind das endgültige Ziel der Bodhisattva-Praxis. Bodhisattvas praktizieren die Sechs Pāramitās, die Vier Mittel des Zusammenbringens (四摄法 - catuḥ-saṃgraha-vastu), durchlaufen die zehn Stufen (十地 - daśa-bhūmi), beseitigen schrittweise die Klesha-Hindernisse (烦恼障 - kleśāvaraṇa) und die Wissenshindernisse (所知障 - jñeyāvaraṇa), verwirklichen Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit graduell (分分证得) und erreichen schließlich vollkommene Buddhaschaft.
- Vergleich und Integration mit dem Śrāvaka- und Pratyekabuddha-Fahrzeug: Das Śrāvaka- und Pratyekabuddha-Fahrzeug betont die Kontemplation von „Unbeständigkeit, Leiden, Nicht-Selbst, Unreinheit“, um Saṃsāra zu entkommen, was eine notwendige Grundlage ist. Der Mahayana-Buddhismus offenbart auf dieser Grundlage zusätzlich die „Beständigkeit, Glückseligkeit, das Selbst und die Reinheit“ des Nirvana. Dies negiert ersteres nicht, sondern positioniert es als Stufe auf dem Weg zur endgültigen Vollkommenheit und zeigt die Überlegenheit und Vollständigkeit der Mahayana-Lehren.
VIII. Praxis der Kultivierung: Wie man Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit verwirklicht
Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit sind nicht nur theoretische Beschreibungen, sondern ein Zustand, der durch tatsächliche Praxis und Verwirklichung erreicht werden kann. Die Mahayana-Sutras und -Śāstras weisen den Weg zu diesem Ziel:
Weisheit durch Hören, Nachdenken und Kultivieren (闻思修 - śruta-cintā-bhāvanā-mayī prajñā):
- Sich einem guten Lehrer (善知识 - kalyāṇamitra) anschließen, den wahren Dharma hören: Hören von Lehrern und Schriften (wie dem Mahāparinirvāṇa Sūtra), die die endgültigen Lehren des Mahayana darlegen, insbesondere die Beständigkeit der Buddha-Natur und die vier Tugenden des Nirvana, um korrekte Ansichten zu etablieren.
- Vernunftgemäßes Nachdenken (如理思惟 - yoniśo-manaskāra): Wiederholtes Nachdenken über die Bedeutung von Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit, Beseitigung von Zweifeln, insbesondere die Praxis der drei Tore zur Befreiung (三解脱门 - trīṇi vimokṣa-mukhāni: Leerheit - 空 śūnyatā, Zeichenlosigkeit - 无相 animitta, Wunschlosigkeit - 无愿 apraṇihita oder Nicht-Gemachtheit - 无作 anabhisaṃskāra) sowie die Einsicht des Mittleren Weges.
- Dem Dharma gemäß praktizieren: Das durch Hören und Nachdenken gewonnene Verständnis in die tatsächliche Praxis integrieren, indem man Methoden wie die Sechs Pāramitās (布施 dāna, 持戒 śīla, 忍辱 kṣānti, 精进 vīrya, 禅定 dhyāna, 般若 prajñā), den Achtfachen Pfad (八正道), die 37 Faktoren der Erleuchtung (三十七道品 - saptatriṃśad-bodhipakṣikā-dharmāḥ) etc. praktiziert.
Reine Ethik (持戒清净): Die ethischen Regeln (Śīla) sind die Grundlage für Meditation (Samādhi) und Weisheit (Prajñā). Striktes Einhalten der Gebote schützt Körper, Rede und Geist, hält von unheilsamen Handlungen fern, beruhigt den Geist, fördert die Entwicklung von Samādhi, ist der direkte Weg zur Verwirklichung der Tugend der „Reinheit“ und die Gewährleistung für die Manifestation der anderen drei Tugenden.
Meditation und Weisheit (定慧等持 - Gleichgewicht von Samādhi und Prajñā):
- Meditation (奢摩他 - śamatha) praktizieren: Die Zerstreutheit des Geistes durch umherschweifende Gedanken beruhigen, Konzentration und Gelassenheit entwickeln, insbesondere tiefe Meditationen wie den Vajrasamādhi praktizieren, die Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit hervorrufen können.
- Einsicht (毗婆舍那 - vipaśyanā) praktizieren: Mit Prajñā-Weisheit die wahre Natur aller Phänomene betrachten, Unbeständigkeit, Leiden, Leerheit und Nicht-Selbst durchschauen, die beiden Anhaftungen an Selbst und Phänomene (我法二执) durchbrechen und schließlich den Körper der Buddha-Natur direkt schauen.
- Vereinigung von Meditation und Weisheit (定慧结合 / 止观双运 - śamatha-vipaśyanā-yuganaddha): Śamatha (止 - Beruhigung) und Vipaśyanā (观 - Einsicht) gemeinsam entwickeln und sich gegenseitig fördern, um Befleckungen zu beseitigen, die Wahrheit zu verwirklichen und mit der wahren Natur des Dharmadhātu in Einklang zu kommen.
Vertrauen und Bodhicitta kultivieren:
- Festes Vertrauen (坚固信心 - śraddhā): Unerschütterliches Vertrauen in die Drei Juwelen (佛法僧 - Buddha, Dharma, Sangha), in die Mahayana-Sutras, in die eigene Buddha-Natur und in die Realität von Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit zu entwickeln, ist eine wichtige treibende Kraft für den Einstieg in die Praxis und die kontinuierliche Anstrengung.
- Bodhicitta erwecken (发菩提心 - bodhicitta-utpāda): Der Mahayana-Buddhismus betont, dass die Verwirklichung von Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit nicht nur der persönlichen Befreiung dient, sondern dass man darüber hinaus großes Mitgefühl (大悲心 - mahā-karuṇā) entwickeln und nach höchster Erleuchtung (无上菩提 - anuttarā-bodhi) streben sollte, um alle Lebewesen zu befreien. Durch altruistisches Handeln (利他行 - parārtha) sammelt man Verdienste (福德 - puṇya) und Weisheit (智慧 - jñāna) an, was hilft, die Ich-Anhaftung schneller zu durchbrechen und die Buddhaschaft vollkommen zu verwirklichen. Die Praxis der Vier Unermesslichen (慈悲喜舍) ist eine wichtige Methode zur Kultivierung der Tugend der Glückseligkeit.
Hindernisse und Befleckungen beseitigen (破除障惑): Systematische Identifizierung und Beseitigung der verschiedenen Hindernisse (障 - āvaraṇa) und Befleckungen (惑 - kleśa), die das Sehen der Natur (见性) behindern. Dazu gehören die vier verkehrten Ansichten der Gewöhnlichen, die konzeptuellen und emotionalen Befleckungen (见思惑 - dṛṣṭi-bhāvanā-heya-kleśa), sowie die subtileren Hindernisse auf dem Bodhisattva-Pfad wie die Hindernisse bezüglich der unzähligen Phänomene (尘沙惑), die grundlegende Unwissenheit (无明惑 - avidyā-kleśa), insbesondere die im Anuttarāśraya Sūtra erwähnten Hindernisse der Icchantikas (阐提障), der Nicht-Buddhisten (外道障), der Śrāvakas (声闻障), der Pratyekabuddhas (缘觉障) und die noch tiefer liegenden Ebenen der grundlegenden Unwissenheit (无明住地) und ihre Auswirkungen.
IX. Schlussfolgerung: Vollkommene Bestimmung und ewige Offenbarung
Die vier Tugenden des Tathagata – „Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst, Reinheit“ – sind die großartige Beschreibung der ultimativen Realität des Lebens durch den Mahayana-Buddhismus, die Kristallisation der Weisheit und des Mitgefühls des Buddha. Sie enthüllen nicht nur die Vollkommenheit und Herrlichkeit des Nirvana-Zustands und geben den Praktizierenden ein klares und erhabenes Ziel, sondern geben durch die Lehre der Buddha-Natur auch allen Lebewesen unendliche Hoffnung – nämlich dass jeder in seinem Inneren die Möglichkeit besitzt, diesen Zustand der Ewigkeit, Glückseligkeit, Freiheit und Reinheit zu erreichen.
Diese vier Tugenden sind voneinander abhängig, bilden eine harmonische Einheit und konstituieren gemeinsam die Herrlichkeit des Dharmakāya und die Stille des Nirvana. Sie sind die endgültige Überwindung der weltlichen Realität von Unbeständigkeit, Leiden, Nicht-Selbst und Unreinheit, die positive Verkörperung der Sichtweise des Mittleren Weges, die Ewigkeits- und Annihilationismus-Ansichten durchbricht und den ewigen Wert des Lebens sowie die Möglichkeit endgültiger Glückseligkeit bestätigt.
Das Verständnis von Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit liegt nicht nur in der theoretischen Erkenntnis, sondern vielmehr darin, sie als Leuchtfeuer und Ziel der Praxis zu begreifen. Durch die Kultivierung der Mahayana-Pfade wie Hören, Nachdenken, Kultivieren, Ethik, Meditation, Weisheit, Vertrauen und Bodhicitta können Lebewesen schrittweise ihre Befleckungen reinigen, die ihnen innewohnende Buddha-Natur von Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst und Reinheit manifestieren und schließlich die vollkommene Buddhaschaft erlangen, wodurch sie die gleiche Befreiung und Freiheit wie alle Buddhas erreichen.
Daher ist „Beständigkeit, Glückseligkeit, Selbst, Reinheit“ nicht nur ein Lobpreis des Buddha-Zustands, sondern auch eine unendliche Ermutigung und höchste Fürsorge für alle fühlenden Wesen. Es weist einen leuchtenden Weg vom Ufer der Befleckungen (Saṃsāra) zum anderen Ufer der Bodhi und des Nirvana und inspiriert uns, durch eifrige Praxis alle Hindernisse und Befleckungen zu beseitigen und jenen endgültigen, vollkommenen Zustand der Befreiung zu verwirklichen.